Spirit of Fuerteventura

Fuerteventura Reiseführer & Lifestyle Magazin

Kurzinfo Fuerteventura:

Zweitgrößte Insel der Kanaren.

Oberfläche: 1660 km2 (Fuerteventura) + 15km2 (Lobos).

Längste Strecke: 100 km.

Höchster Punkt: Pico de la Zarza (807m)

Klima: sehr trocken (<100 mm / Jahr und m2)

Sockel: Ein massiver Lava Block unter Fuerteventura und Lanzarote, mit seiner Basis auf dem Meeresboden, etwa 3000 m unter dem Meeresspiegel.

Was wir heute von Fuerteventura sehen können, ist lediglich ein Rest von dem, was es war, vor Millionen von Jahren. Aufgrund der starken Erosion auf Fuerteventura, können wir jetzt die untersten geologischen Strukturen der historischen vulkanischen Aktivität sehen, die diese wunderschöne Insel erzeugt hat. Das Aussehen der Insel heute wurde von Klimaveränderungen und Veränderungen des Meeresspiegels geformt, und durch die Hebung der Insel selbst, aufgrund des Gewichtsverlusts durch starke Erosion. Dank des Mangels an Vegetation zeigt diese Insel ihre geologische Geschichte unverhüllt.

Fuerteventura entstand durch zwei grundsätzlich verschiedene Zyklen: Unterwasser- und Überwasser- Vulkanismus, + Erosion. Beide Zyklen führen zu verschiedenen Arten von Mineralien.

Typische Merkmale von Fuerteventura sind die allgegenwärtige Kalk-Kruste (Caliche), Dünen (Jables), eingebrochene Abhänge (Abanicos), und eine Sedimentschicht in Costa Calma, 10m über dem Meeresspiegel, und eine weitere auf der Halbinsel Jandía, 65m über dem Meeresspiegel. Beide Schichten sind Zeugnisse des erhöhten Meeresspiegels in der Vergangenheit.

250-200 Mio. J. (Millionen Jahre) - der Trias.

Fast alles Land auf der Erde war in einem einzigen Superkontinent namens Pangea konzentriert. In der Mitte dieser Zeit entstanden die ersten Risse in diesem Kontinent, die das heutige New Jersey und Marokko trennten. Dazwischen liegt ein Punkt, an dem sich später Fuerteventura bilden wird. Langsam teilt sich die Landmasse in zwei Teile: Lausasia und Gondwana. Dies ist auch die Zeit, als die Vorfahren der Dinosaurier erschienen, zusammen mit den ersten echten Säugetieren und den ersten fliegenden Wirbeltieren.

Die Trennung der Landmasse in zwei separate Teile resultierte in einer Anhebung des Meeresbodens und dem Beginn eines Unterwasser-Ausflusses von Lava, was den Basalt-Sockel von Fuerteventura und Lanzarote bildete. Die Anhebung und der Austritt von Lava wird sich für die kommenden 140 Millionen Jahre fortsetzen. Der Basalt-Sockel wird mit einer Sedimentschicht von etwa 150 m bedeckt. Sie können diesen alten Meeresboden an der Westküste in Ajuy (- Punta de la Laja - Playa de Jambio (N-FUE) und Puerto de la Peña - La Caleta de la Peña Vieja Playa de los Muertos) sehen. Sie können den Boden erkennen, mit Tiefseemeeressedimenten, mit Meeres-Lava, und mit eingemischten marinen Sedimenten (Ammoniten) überlagert. Diese werden als die ältesten Sedimente und Fossilien der Kanarischen Inseln angesehen. Es gibt insgesamt 5 Schichten, 4 aus Tiefsee Ursprung und eine von der Continental Platte.

2. pangea 245

200-150 Mio. J. - die Jurazeit.

Der Nordatlantik war am Anfang noch sehr schmal (500-1000 km) und der Südatlantik existierte noch nicht. Dinosaurier dominieren die Szene auf dem Land, und Reptilien das Meer. Die ersten Vögel - Flugsaurier - und Plazenta-Arten erscheinen. Koniferen waren die dominierenden Landpflanzen.

Der Basaltsockel von Fuerteventura - Lanzarote wird weiter aufgebaut. Dieser Aufbau ist verbunden mit Sedimentierung mariner Komponenten, die zu Kalkablagerungen und Fossilien (nördlich von Puerto de la Peña) bei Ajuy führt. Hier können Sie den Meeresboden, mit einem Alter von über 180 Mio. J., und als die ältesten Mineralien Fuerteventura´s und der Kanarischen Inseln angesehen, betrachten.

 

MEDIO Jurassic 2globes

150-66 Mio. J. - die Kreidezeit.

Das Zerbrechen des Pangea-Kontinents ist vollzogen, auch wenn die Teile noch zu ihren heutigen Positionen driften. Gondwana wird in Südamerika, Antarktis, Australien und Afrika zerteilt. Die Schaffung des Basaltsockels von Fuerteventura und Lanzarote ist nun fast zu Ende. Dieser Sockel ist jetzt etwa 3.000 m hoch und hat etwa 2-mal die Oberfläche der beiden Inseln, wie wir sie heute kennen. Der Südatlantik und der Indische Ozean bilden sich. Das geologisch starke Driften der Kontinente hebt die Ozeanböden und erzeugt große unterseeische Gebirgsketten, so dass der gesamte Meeresspiegel sich wesentlich anhebt. Zu dieser Zeit sind ca. ein Drittel des Landes, wie wir es heute haben, überflutet. Das Driften erzeugt auch starke Druck- und Zug-Kräfte in der Erdkruste mit dem Ergebnis intensiver vulkanischer Aktivität. Die ersten Vertreter der Laubbäume und echte Grasssorten erscheinen. Dinosaurier haben ihre maximale Verbreitung, Säugetiere sind noch wenig verbreitet. Das Ende dieser Periode wird durch einen heute allgemein anerkannten Einschlag eines Meteoriten oder Kometen auf der Halbinsel Yucatán markiert.

Bei Caleta Negra am Ende des Barranco de la Peña können Sie eine klastische Mischung von dem sehen, was einmal ein flacher See war, mit Sand und Schlamm gefüllt. Am Ende des Barranco de la Peña Vieja und dem Süden von Caleta Peña Vieja können Sie eine andere Art von klastischer Mischung sehen. Pelagische Kalkablagerungen (aus Meeresorganismen) können Sie in Caleta de la Peña Vieja und in der Mitte des Barranco de la Peña finden.

Early Cretaceous 120 Ma

66-23 Mio. J. - Die Paläogen-Periode.

Der Atlantische Ozean verbreitert sich weiterhin einige Zentimeter pro Jahr, Afrika bewegt sich nach Norden und trifft auf Europa und bildet das Mittelmeer. Indien stösst mit Asien zusammen und fängt an den Himalaya zu bilden. Säugetiere begannen schnellsich zu diversifizieren und sich zu vermehren, aufgrund der Möglichkeiten, die die jetzt größtenteils ausgestorbenen Dinosaurier hinterlassen. Einige dieser Säugetiere spezialisieren sich auf den Meeresraum, einige auf den Luftraum und andere auf das Land und seine Bäume, die letzteren werden zu Primaten. Neue Grasarten entwickeln sich aufgrund der optimalen Bedingungen. Meeresströmungen werden durch die anhaltende Bewegung der Kontinente umgelenkt, was zu einer Verringerung und schließlich zum Anhalten der Warmwasser-Strömungen in Richtung Pole führt. Die ersten dauerhaften Antarktis Eisschilde erscheinen und die globale Temperatur sinkt dadurch ein paar Grad.

Die submarine vulkanische Aktivität, die die unteren Schichten des auftauchenden Fuerteventura´s schaffen, beginnt am Anfang dieser Periode und überdeckt dicke Schichten von Meeresablagerungen. Die submarine Aktivität verursacht Risse und erzeugt Kissen-Lava, die in Caleta de la Peña Vieja und Barranco del Tarajalito gesehen werden kann. Sedimente enthalten dort Meeresfossilien. An der Mündung des Barranco de la Fuente Blanca sind Sie in der Lage, Fossilien von Rifforganismen und Lavakamine zu finden - ein Beweis für vulkanische Aktivität über Tag (30 Mio. J.). Es gibt auch Anzeichen von großen Zusammenbrüchen und Überflutungen von Vulkanen.

PALEOCEEN

23-5 Mio. J. - Miozän.

Indien setzte seine Kollision mit Asien und die Bildung des Himalaya´s fort. Afrika kollidierte weiter mit Europa und die resultierende Hebung der Berge im westlichen Mittelmeer (Pyrenäen, Alpen und Atlas) erzeugt eine zusätzliche Belastung in der Erdkruste in dieser Region. Das Mittelmeer wird in Gibraltar geschlossen und das Wasser beginnt zu verdampfen. Der Meeresspiegel wird weiter fallen durch nachkommende Eiszeiten, und die vulkanische Aktivität auf Fuerteventura nimmt zu. Primaten werden zu Affen, die weiter diversifizieren und etwa 100 Arten in Afrika, Asien und Europa bilden. Am Ende dieses Zeitraums - etwa 8 Mio. J. - spalten sich die Vorfahren der Hominiden von den Vorfahren der Schimpansen ab. In den Meeren gedeihen Kelpwälder. Am Ende dieses Zeitraums wird die Verbindung zwischen dem Atlantik und dem Mittelmeer wieder hergestellt; die Zancleum Flut füllt den Mittelmeerraum und führt zu einem starken Rückgang des weltweiten Meeresspiegels um 10 m.

Am Beginn dieser Periode (20-13 Mio. J.) taucht der zentrale Teil von Fuerteventura aus dem Meer auf, später (17-14 Mio. J.) der südliche Teil der Insel und der nördliche Teil (16-12 Mio. J.). Es wird angenommen, dass in diesem Zeitraum Vulkane von etwa 2.500 m gebildet wurden, aber dann zusammengebrochen sind. Heute können wir die stillen Zeugen des historischen Anstiegs der Meeresspiegel, die diese marinen Sedimente und Dünen entlang der Westküste gebildet haben, sehen. Kissen-Lava kann man im Barranco de Ajuy sehen.

 

020 Miocene 3globes

5 - 2,5 Mio. J. - Das Pliozän.

Süd- und Nordamerika werden verbunden, die Absperrung der warmen Meerwasserströmungen aus dem Atlantischen Ozean führen zu einer Abkühlung des Atlantiks. Allerdings ist die globale Gesamttemperatur über 3 ° C höher als heute und der Meeresspiegel etwa 25m höher. Das Mittelmeer ist nun vollständig ausgebildet. Alle Kontinente sind fast auf ihren jetzigen Ort versetzt. Das Klima - wenn auch sehr instabil aufgrund der Eis- und Warmzeiten - ist im Allgemeinen ähnlich zu dem, was wir heute erleben und die moderne Vegetation beginnt sich zu entwickeln und zu vermehren. Der Meeresspiegel schwankt dramatisch und Ozeane sind manchmal sehr warm, was zu tropischen Muscheln an den Küsten Fuerteventura´s führt, damals viel höher als heute (Playas Levantadas). Es gibt Hinweise auf Meeresschildkröten durch deren fossilen Eier an bestimmten Stränden. Es erscheinen die ersten Hominiden, die Australopithecinen. Die Insel Lobos bildet sich.

Aufgrund der höheren Meeresspiegel (+ 10-20m), war die Küstenlinie viel höher und Sie können Reste davon sehen - Felsformationen mit kalkhaltigen Zwischenschichten - in Playa del Algibe de la Cueva, Playa del Valle, und Barranco Leon, letztere etwa 2 km südlich vom Barranco de los Molinos entfernt. Im Barranco de los Molinos fanden sich Fossilien von Schildkröteneier. Alte Dünen können am Isthmo de la Pared (Agua Tres Piedras) besucht werden.

 

DESECACION CUENCA MEDITERRANEO

Vor 2,5 Mio. J. - 12.000 J. - Das Pleistozän.

Die Kontinente haben sich nicht viel bewegt in dieser kleinen Zeitspanne. Dieser Zeitraum wird durch regelmäßig sich wiederholende Eiszeiten gekennzeichnet. Bei ihrem Maximum, wurde 30% der Oberfläche der Erde mit Eis von rund 1.500 -3.000 m Dicke - bedeckt. Diese riesige Menge an Wasser, in Eis verwandelt, verursachte eine Senkung des gesamten Meeresspiegels um ca. 100 m oder mehr. Auf der anderen Seite erzeugte das Fortschreiten der Eiskappe bis Mitteleuropa eine Menge Stress für alle lebenden Organismen, einschließlich der menschlichen Spezies wie die Neandertaler, die in dieser Zeit ausgestorben sind. Der Mensch entwickelte sich in der vorliegenden Form während des Pleistozäns. Die letzte Eiszeit war vor ca. 12.000 Jahren, aktuelle wissenschaftliche Daten legen nahe, dass die nächste Eiszeit, in etwa 3.000 Jahre beginnt.

In diesen Eiszeitperioden waren Fuerteventura und Lanzarote eine lange Insel, durch die Ebene von La Bocaina verbunden, ähnlich wie die Halbinsel Jandía und Fuerteventura jetzt miteinander verbunden sind. Fuerteventura und Lobos waren eine Einheit und hatten eine andere Begleiter-Insel in Süd-West: Bajon de Amanay. Wegen dieses regelmäßigen deutlichen Rückgangs des Meeresspiegels, in dem die Meeressedimente, basierend auf Kreide, schweren Witterungs Kräften ausgesetzt waren, entstanden die goldenen Strände die wir heute sehen. Darüber hinaus, aufgrund des ariden Klimas zu dieser Zeit, verdampfte Grundwasser und transformierte die Kalkablagerungen in eine feste Kruste (Caliche). Am Ende dieses Zeitraums wird das Klima milder und feuchter, so dass Blumen gedeihen und Bienen und Wespen sich vermehren. Heftige NO- Winde tragen Sedimente und Staub aus dem späteren Corralejo zu den Hügeln des heutigen Lajares, bilden beeindruckende Ansammlungen von Staub und Sand, in denen die Wespen ihre Nester bauen.

Diese allgegenwärtigen Kalkkruste wird viel später zu einer Einnahmequelle für die Einwohner des 17. bis 19. Jahrhunderts. Sie können die Wespennester finden in der Umgebung von Lajares (Barranco de la Costilla, Barranco de los Encantados und El Quemado) und in Isthmo de la Pared, Pozo Negro und Cofete. Sie sind zwischen 30,000 und 10,000 Jahre alt. Die Sandansammlungen zeigen Schichten mit Einschlüssen, die leichte oder schwere Regenfälle bezeugen. Andere Zeugen des wärmeren Klimas der letzten Warmzeit sind die Reste des Weichtiers Strombus bubonius, die entlang der Küste in den Bezirken von Jandía (Matas Blancas) und La Oliva (North Shore) gefunden werden können. Der Meeresspiegel war wiederum höher als jetzt.

 

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12.000 J. - jetzt - Holozän.

Tektonische Bewegungen sind klein (1km in 10,000 Jahren), aber die eigentliche Warmzeit führte zu einer Erhöhung des Meeresspiegels von etwa 35 m zu Beginn dieser Periode. Die Bereiche über 40° Nord die einst von einer dicken Eisdecke bedeckt waren und nun befreit werden heben sich langsam bis heute, und hoben sich bereits um bis zu 180 m. Die alten Meeresablagerungen sind über die ganze Insel verblasen. Im 10. bis 14. Jahrhundert erleben wir eine wärmere Periode (Mittelalterliche Warmzeit) und im 14. bis ins 19. Jahrhundert eine kühlere Periode (Kleine Eiszeit). Beide haben einen wesentlichen Einfluss auf die Entwicklung von Fuerteventura. Der Meeresspiegel in dieser Periode ist ähnlich dem von heute. Die Form der Insel ist die gleiche, aber die Vegetation soll ganz anders gewesen sein im Vergleich zu jetzt. Die Ankunft von Menschen und Haustieren wie Ziegen haben die Vegetation wesentlich, und in einer sehr kurzen Zeit, verändert. Zu dieser Zeit wurden Ziegen auf unbewohnte Inseln verbracht um das menschliche Überleben in Notfällen zu sichern. Durch das Fehlen von Raubtieren, vermehrten sie sich exponentiell. Dieses Phänomen, das trockene Klima in dieser Zeit, und die Verwendung von Holz für Feuer, zum Bau und für Werkzeuge dezimierten die einst üppige Flora Fuerteventura´s.

Um die beschriebenen Orte auf der Karte von Fuerteventura zu finden, gehen Sie bitte auf:Fuerteventura-hiking.com

 

Michel

 

Quellen: "Patrimonio Natural de la Isla de Fuerteventura" - Octavio Rodríguez Delgado; Wikipedia.