Das Frettchen (Mustela putorius furo)

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Weit vor der Katze erwies sich das Frettchen schon bei den Ägyptern als ein sehr beliebtes Familienmitglied, schließlich hielten sie das Haus von Mäusen, Ratten, Schlangen, Fröschen und anderen kleinen Raubtieren frei. Warum überhaupt die Katze seine Stelle einnahm und das Frettchen nun mehr zur Jagd eingesetzt wurde, ist nicht bekannt. Im Übrigen ist das Albino Frettchen mit seinem weiß bis gelblich farbigem Fell und roten Augen die Urform dieses Haustiers.

Blutrünstig und mit gefährlichen Reißzähnen bewaffnet zählt das Frettchen zur Haustierform des Iltis, welcher wiederum zu der Familie der Marderartigen Raubtiere gehört. Dank seines schlanken und wendigen Körpers erreicht es noch so versteckte Nester in Steilwänden, in tief eingegrabenen Hasenbauten, oder von Menschen errichteten Hühnerställen und tötet alles was ihm zwischen die Zähne kommt.

 

Was veranlasst also der moderne Mensch dazu Frettchen als Haustier zu halten? Tatsache ist, das Frettchen sehr einfach zu zähmen sind. Wenn sie nicht gerade ihren 17 Stunden Schönheitsschlaf halten sind sie sehr verspielt und lustig, nichts erinnert mehr an ihre Gefährlichkeit. In der Schweiz zum Beispiel dürfen Frettchen nur mit einer bestimmten Bewilligung gehalten werden, dazu gehört auch eine Artgerechte Haltung von mindestens zwei Tieren und einem Käfig von mindestens 4x2qm, einem Katzenklo, einer Schlafnische, Klettermöglichkeiten und festen Futterschalen. Wir sind neugierig auf die Reaktion der Jäger der Insel Fuerteventura...

 

Hier auf der Insel Fuerteventura werden Frettchen fast ausschließlich zur Hasenjagd eingesetzt. Mit einem Maulkorb versehen werden sie in Hasenbauten gesteckt, befindet sich da ein Hase wird er herausgejagt, die restliche Arbeit macht dann der Hund (meist Podenco Canario) und der Jäger.

Neutral betrachtet leidet das Frettchen während der Jagd nicht unbedingt, aber schon in den engen Käfigen aus dünnen Eisenstangen, kleinen Aluhütten, ohne Klettermöglichkeit und Zeitvertreib außerhalb der Jagdzeit. Weibchen neigen dazu dauerläufig oder scheinträchtig zu werden. Werden sie nicht zur Zucht gehalten ist es besser sie zu kastrieren statt leiden zu lassen. Mit der Kastration verschwindet auch der starke Eigengeruch und die Rüden markieren nicht mehr. Wegen der Salmonellengefahr sollten Frettchen auch kein rohes Hühnerfleisch fressen, ganz gefährlich ist Schweinefleisch. Heute kann man bei den Tierärzten gutes Trockenfutter kaufen, Katzenfutter eignet sich auch wenn es sehr eisenhaltig ist, oder rohes Rindfleisch. Und wenn man dann schon mal den Gang zum Tierarzt macht dann kann man sein Frettchen auch gleich mitnehmen und Chippen und impfen lassen.